Über ihre Arbeiten   

Den textilen Bildern von Katharina Wilke, die in Bielefeld arbeitet und lebt, liegen ausrangierte Dias / Fundstücke aus den 1960er und 1970er-Jahren zugrunde. Die Künstlerin haucht diesen Arbeiten durch Stickerei mit feinem Gespür ein neues Leben ein.  Der Stickgestus übernimmt die Bildsprache, ihre Arbeiten wirken dadurch einzigartig und wundervoll berührend. 

Die verschiedenen Ebenen der Erinnerung und der Gegenwart, die zu einem Ganzen wachsen, machen es möglich, Kleinigkeiten zu erkennen, anzuhalten, Details auszuarbeiten oderauszublenden. Stiche zu setzen, wo im eigentlichen Sinn des damaligen Fotografen, keine hingehörten.  

Der Entstehungsprozess Ihrer Werke ist, im Gegensatz zur Schnelllebigkeit in unserer zur Perfektion verordneten Gesellschaft, langsam und bedacht. Das eigentliche Motiv, die Grundlage der Arbeit, ist ein fremder Augenblick.

Ein Moment der für jemanden bedeutsam war und jetzt ein neues Interesse findet. Diesem Moment eine zusätzliche Bedeutung unabhängig seines Ursprungs gegeben. Er wird eine weitere Geschichte erzählen. Manche Passagen werden überschrieben, sind aber für den flüchtigen Betrachter nicht zu erkennen. Die gefundene assoziierte Bildsprache aus der Gegebenen und der der Künstlerin ist als Kontextualisierung der Funktionalität des Bildes zu betrachten. Eine Entfremdung von Alltäglichem.

Vita

geboren 1978
Studium Fotodesign, Bielefeld, Abschluss als Diplom-Designerin
Katharina Wilke lebt und arbeitet in Bielefeld